Am Anfang war es ein einziger Chat. Er war ziemlich gut. Am nächsten Morgen wusste er von allem nichts mehr.
Wir konnten mit ihm Ideen durchdenken, Texte entwickeln, Probleme besprechen und schriftlich laut denken. Das hat gut zu uns gepasst. Nur musste jeden Tag von vorn erklärt werden, was monkeys macht, wie wir schreiben und was wir nie schreiben würden. Das Genie hat Alzheimer.
Dieser Artikel erzählt, was daraus geworden ist. Wie die Arbeit heute im Einzelnen abläuft, steht auf der Seite zum monkeys Agency OS. Hier geht es um den Weg dorthin.
Warum ein KI-Chat im Agenturalltag nicht reicht
Ein Chat kennt nur das, was du ihm heute sagst. Für eine einzelne Frage reicht das völlig. Für eine Agentur nicht, weil sich Arbeit über Wochen zieht.
Was hat der Kunde beim letzten Gespräch gesagt, und welche Version gilt? Wenn niemand das festhält, fängt jeder Tag bei null an. Und eine KI klingt auch dann überzeugend, wenn sie gerade etwas Falsches über deinen Kunden behauptet. Eine veraltete Entscheidung, die plötzlich wieder als aktuell gilt, ist gefährlicher als gar keine Information.
Also haben wir aufgeschrieben, woran wir uns halten. Wenn etwas unsicher ist, wird nachgesehen. Was nur geplant ist, wird nicht als umgesetzt bezeichnet. Wenn nicht klar ist, was gemeint war, wird gefragt. Das sind dieselben Regeln, die für uns selbst gelten.
Zuerst ein Lageplan, dann feste Rollen
Der erste Schritt war unspektakulär: ein paar Textdateien. In jedem Kunden- und Projektordner liegt seitdem ganz oben eine Datei, die sagt, wo was steht. Wie ein Inhaltsverzeichnis. Das System muss nicht alles wissen, nur wo es nachsehen kann.
Danach kamen die Rollen. Das E-Mail-Schreiben war der erste Fall. Wir wollten nicht jedes Mal neu erklären, wie monkeys klingt, welche Floskeln wir meiden und was wir nicht versprechen. Also bekam diese Aufgabe eine Rolle mit eigenem Kontext: Emma. Statt eines neuen Prompts reicht seitdem der Satz „Emma, schreib ihm zurück." Angebote und Termine bekamen eine eigene Rolle, später kamen weitere dazu.
Diese Rollen sind digitale Arbeitsbereiche mit festem Wissen und klarer Zuständigkeit. Mitarbeiter sind sie nicht, und so nennen wir sie auch nicht.
Die Rollen entstanden aus Problemen
Es wäre schön, wenn wir behaupten könnten, das Ganze sei sauber geplant gewesen. Es war eher ein Haus, an das über Monate Zimmer angebaut wurden.
Viele unserer Regeln entstanden, weil vorher etwas schiefgegangen war. Erst der Fehler, dann die Regel. Dasselbe gilt für manche Rollen.
Wer baut, beobachtet nicht
Beim Nachbau von Referenzseiten haben wir Beobachten und Bauen getrennt. Vera beobachtet und darf nichts erfinden, Max baut erst danach, und das Ergebnis wird gegen das Original verglichen. Wie das im Detail aussieht, erzählen wir in einem eigenen Beitrag.
Aufgeschrieben heißt nicht gemacht
Am 1. September 2026 haben wir nachgesehen, ob die Rollen das Fachwissen, das wir ihnen zugewiesen hatten, auch wirklich verwenden. Von 44 dokumentierten Verbindungen waren 35 nie aufgerufen worden.
Seitdem steht in den Arbeitsanweisungen nicht mehr „sollte kennen", sondern „muss bei dieser Aufgabe aufgerufen werden", und wir prüfen es nach. Beim nächsten Audit sah es besser aus. Bei einem Ratgeberartikel hat die Faktenprüfung gezeigt, dass eine Bauzeit zu pauschal angegeben war. Perfekt ist das System damit nicht, aber es findet Fehler jetzt bei der Arbeit und nicht erst Wochen später.
Und der Mensch?
Zuhören, was ein Kunde wirklich braucht, Prioritäten setzen und im Zweifel sagen, dass eine gut aussehende Idee die falsche ist, übernimmt das System nicht. Das bleibt bei uns, und die Verantwortung für jedes Ergebnis auch.
Das Agency OS ist unser internes Fundament, kein Produkt, das wir verkaufen. Wer wissen will, wer hinter monkeys steht, findet das auf der Seite Über monkeys. Wenn du dein Projekt mit uns besprechen möchtest, geht das über den Kontakt.
Wie aus einem Chat, der über Nacht alles vergisst, Schritt für Schritt ein System wurde, steht im Buch „Ich mach’s mir gern selber.“.
Wir warten nicht auf die Agentur der Zukunft. Wir entwickeln sie.
