Du kennst ChatGPT. Vielleicht hat es dir schon eine Mail umformuliert oder beim Angebot geholfen. Gut möglich, dass es der einzige KI-Assistent ist, den du bisher kennst. Dann kommt vermutlich der Gedanke: Moment, da gibt es ja noch andere. Gibt es. Auch Google und Microsoft haben einen. Unten steht, von wem welcher kommt, und ein Experiment für etwa fünf Minuten (Anmeldung nicht eingerechnet).
Ein Hinweis in eigener Sache: monkeys arbeitet selbst mit mehreren KI-Assistenten, darunter Claude, einem der vier unten. Das sagen wir dir vorab, damit du unsere Auswahl einordnen kannst. Eine Rangliste gibt es nicht, weil wir keine belegen können. Wie wir mit KI arbeiten, steht in einem eigenen Artikel: KI macht Agenturarbeit schneller. Aber nicht automatisch besser.
Was ist ein KI-Assistent überhaupt?
Ein KI-Assistent ist ein Programm, dem du in normaler Sprache schreibst, was du brauchst. Er antwortet meist mit einem Text. Du tippst zum Beispiel: „Formuliere diese Mail freundlicher." Kurz darauf steht ein Entwurf da.
Wichtig ist das Wort Entwurf. Entscheiden musst weiterhin du.
Diese KI-Assistenten gibt es
Es gibt mehr als vier. Wir nennen vier, weil wir nur für diese die Herkunft geprüft haben. Alle stellen wir nach demselben Muster vor, in alphabetischer Reihenfolge.
ChatGPT (OpenAI)
ChatGPT kommt von OpenAI, das sich selbst als Unternehmen für KI-Forschung und KI-Einsatz beschreibt. Laut der Übersichtsseite von OpenAI (öffnet in neuem Fenster) dient es dazu:
- Alltagsfragen zu beantworten und Ideen zu sammeln
- Begriffe zu erklären
- Texte, Notizen und Pläne zu entwerfen
Claude (Anthropic)
Claude kommt von Anthropic. Mit Claude arbeiten wir selbst, siehe oben. Laut der Produktseite von Anthropic (öffnet in neuem Fenster) dient es dazu:
- erste Entwürfe zu schreiben und zu überarbeiten
- aus Meeting-Notizen ein Briefing zu machen
- Daten aus mehreren Quellen abzugleichen
Microsoft Copilot
Copilot kommt von Microsoft. Es gibt ihn kostenlos und in Microsoft-365-Abos, privat und geschäftlich. Laut Microsoft (öffnet in neuem Fenster) dient er dazu:
- Ideen zu sammeln
- Inhalte zu erstellen
- im kostenlosen Chat zu schreiben, mit Microsoft 365 auch in Word, Excel oder Outlook zu helfen
Gemini (Google)
Gemini kommt von Google, dem Unternehmen hinter der Suchmaschine. Laut der deutschen Google-Hilfe zu den Gemini-Apps (öffnet in neuem Fenster) dient es dazu:
- Ideen zu sammeln
- komplexere Themen zusammenzufassen
- erste Vorschläge für Gliederungen, E-Mails und Blogtexte zu bekommen
Das Experiment: Die ungeduldige Mail
Zwei Fenster, eine erfundene Mail, etwa fünf Minuten, die Anmeldung nicht eingerechnet. Kaffee optional. Du musst uns nichts glauben. Vergleiche selbst.
1. Die Mail erfinden. Nimm diese erfundene Mail oder schreib drei eigene Sätze an einen ungeduldigen Kunden, ohne echten Namen und ohne Zahlen aus deinem Geschäft:
Danke für Ihre Nachricht. Das Angebot kommt diese Woche. Ich melde mich, sobald es fertig ist.
2. Zwei Assistenten öffnen. Such dir zwei der vier aus und öffne sie in zwei Fenstern oder Tabs. Bei manchen geht es ohne Konto, bei anderen brauchst du eins. Schneller geht es mit denen, bei denen du schon ein Konto hast. Was bei dir gilt, steht beim Anbieter (Stand Oktober 2026).
3. Denselben Auftrag geben, Wort für Wort. Kopiere in beide Fenster genau diesen Text (bei einer eigenen Mail setzt du sie an die Stelle der Beispielmail ein):
Formuliere diese Mail freundlicher und ruhiger: „Danke für Ihre Nachricht. Das Angebot kommt diese Woche. Ich melde mich, sobald es fertig ist."
4. Nebeneinanderlegen. Lies beide Entwürfe nebeneinander.
Worauf du achtest:
- Ton: Klingt der Entwurf nach dir?
- Länge: Wie lang ist er geworden?
- Dazugekommen: Steht etwas drin, das in deiner Mail nicht stand, etwa ein genauer Tag, eine Uhrzeit oder eine Zusage? Die Beispielmail verspricht schon „diese Woche" und „ich melde mich".
Bei diesem Punkt lohnt der zweite Blick, egal bei welchem Assistenten. Eine erfundene Zusage im Postausgang macht keinen Spaß.
Wenn du magst, hältst du das Ergebnis auf einem Notizzettel fest:
| Assistent 1: ________ | Assistent 2: ________ | |
|---|---|---|
| Klingt nach mir? (ja, teils, nein) | ||
| Länge in Sätzen | ||
| Etwas dazugekommen? (Tag, Zusage, Zahl) | ||
| Was ich übernehmen würde |
Welcher Entwurf dir besser gefällt, entscheidest du. Welcher Assistent der bessere ist, sagen wir nicht, das können wir nicht belegen. Für eine zweite Runde bittest du beide, drei Überschriften für ein erfundenes Angebot vorzuschlagen. Eine nimmst du, eine verwirfst du, aus der dritten machst du etwas Eigenes.
Wofür du KI-Assistenten im Alltag nutzen kannst
Die Aufgaben ähneln sich bei den Anbietern. Weitere Beispiele zum Ausprobieren:
- Einen langen Text auf fünf Sätze kürzen lassen.
- Für ein Angebot eine Gliederung vorschlagen lassen, bevor du selbst schreibst.
Was du immer prüfen solltest
Jeder KI-Assistent kann Fehler machen, auch bei Zahlen, Daten und Quellen. Das schreiben die Anbieter selbst:
- OpenAI beschreibt in seiner Hilfe, dass ChatGPT falsche Antworten geben und dabei selbstsicher klingen kann.
- Anthropic schreibt in seiner Hilfe, dass Claude gelegentlich falsche oder irreführende Antworten geben kann.
- Microsoft schreibt in seiner Datenschutz-FAQ, dass KI Fehler machen kann und Antworten überzeugend klingen können, obwohl sie unvollständig oder ungenau sind.
- Google schreibt in seiner Hilfe, dass die Gemini-Apps Fehler machen können und Antworten geprüft werden sollten.
Ein Assistent klingt auch dann überzeugt, wenn er danebenliegt. Gut formuliert heißt nicht richtig. Was in einem Angebot, einer Rechnung oder auf deiner Website landet, liest du deshalb selbst nach, besonders Zahlen, Namen, Datumsangaben und Quellen.
Was du lieber nicht eingibst
Unsere Empfehlung: Wir geben keine Kundendaten, Gesundheitsdaten, Passwörter oder Zahlungsdaten ein, auch keine Texte, die wir nicht aus der Hand geben würden.
Das sagen die Anbieter selbst, für alle vier in ähnlicher Länge:
- Bei ChatGPT hängt es laut OpenAI vom Standort und von deinen Einstellungen ab, ob Chats zur Verbesserung der Modelle genutzt werden. OpenAI rät, keine sensiblen Informationen zu teilen.
- Bei Claude (Free, Pro und Max) können Chats laut Anthropic zur Verbesserung der Modelle genutzt werden, wenn du das erlaubst. Bei Sicherheitsprüfungen ist das auch ohne deine Erlaubnis möglich.
- Bei der kostenlosen Version von Copilot gibt es mit persönlichem Konto einen Chatverlauf. Mit Anmeldung werden Unterhaltungen laut Microsoft für das KI-Training genutzt, wenn du das nicht abstellst.
- Bei Gemini können Aktivitäten gespeichert werden, bei Nutzern ab 18 Jahren ist das laut Google standardmäßig so. Dann kann ein Teil der Chats von Prüfteams gesehen werden. Du kannst die Einstellung ausschalten.
Schau vor dem Start bei jedem Anbieter in die Einstellungen. Rechtliche Fragen, etwa zur DSGVO, klären wir hier bewusst nicht.
Mini-Checkliste vor dem ersten Einsatz
- Konto und Einstellungen angesehen?
- Nichts Sensibles eingegeben?
- Zahlen, Namen und Daten selbst geprüft?
- Dieselbe Aufgabe bei einem zweiten Assistenten probiert?
Merksatz: Der Assistent schreibt den Entwurf. Zahlen, Namen und Daten liest du selbst nach.
Was sich schnell ändert
Preise, kostenlose Angebote und Produktnamen ändern sich laufend. Deshalb nennen wir hier keine Preise und keine Tarife. Dieser Artikel hat den Stand Oktober 2026.
Häufige Fragen
Kostet ein KI-Assistent Geld? Das hängt vom Anbieter und vom Tarif ab und ändert sich häufig. Schau auf der Seite des Anbieters nach (Stand Oktober 2026).
Welchen soll ich nehmen? Dafür haben wir keine belegte Antwort. Probier dieselbe Aufgabe bei zwei Assistenten aus und entscheide nach dem Ergebnis.
Weitere Gedanken zu Marke, Web und Marketing findest du bei den Einblicken auf monkeys.solutions.
